Sonntag, 6. Oktober 2013

Saisonabschluss in Düsseldorf - Zazou siegt beim Comeback



Schnell noch ein paar Worte zum letzten Düsseldorfer Renntag der Saison 2013. Der Renntag war zwar geprägt von zahlreichen Ausflügen zum Buchmacher, aber für ein paar Notizen zum Geschehen in der Landeshauptstadt sollte es reichen. Die Bahn war dafür, dass anderswo der Arc gelaufen wurde, ziemlich gut besucht, auch wenn das eine oder andere bekannte Gesicht natürlich fehlte. In den letzten paar Jahren war ich am Arc-Tag aber auch auf keiner deutschen Rennbahn, war so auch mal ganz nett. 2012 wollte ich ja nach Paris, habe aber eine Woche vorher storniert und war dann – glaube ich – zu Hause. 2011 saß ich ja im Auto *augenverdreh* auf dem Rückweg von Irland irgendwo auf einer Autobahn in la belle France und 2010 war ich in Longchamp. Davor weiß ich es auch nicht mehr, aber da hat mich der Arc auch noch nicht so interessiert wie heute.

Aber kommen wir zurück „in die Niederungen des deutschen Turfs“ ;) Erste Trainersichtung noch aus dem Auto heraus war Sascha Smrczek – Kunststück, wir haben auf der Wiese neben dessen Stall geparkt.

Wie so oft zu dieser Jahreszeit ging es mit dem Nachwuchs los. Ich habe mich etwas sehr stark auf Optik konzentriert und da ging der Preis definitiv ohne Wenn und Aber an Shazaam. Der stand mit 18 am Toto heftig kurz, sah aber auch klasse aus. Schön dunkel, kein Brecher, sehr harmonisch gebaut eigentlich, ABER ein Riesenbaby vor dem Herrn. So richtig ernst nahm der kleine Hengst die Veranstaltung noch nicht, war mehr mit Spielen und Testen beschäftigt, was sich dann wohl im Rennen fortsetzte. Dort hatte er noch nichts zu bestellen, der Start sollte ihm aber ganz gut getan haben. Das gilt auch für Opera Rock, ebenfalls ein sehr schickes Pferd, der zwar ruhiger war, das Prinzip Wettrennen allerdings auch noch nicht so ganz drauf hatte. Ein Babyrennen, wie es im Buche steht. Viele sollten wohl einfach mal eine Rennbahn sehen. Absolut auszunehmen ist davon Cornettus, der sich das Rennen sehr souverän sicherte, obwohl am Toto geradezu sträflich vernachlässigt. Gut, da war mit Nauka eine zweite Starterin aus dem Hause Klug, noch dazu mit Helfenbein im Sattel, aber 183 o.O ??? Schade, dass uns das nicht vorher auffiel.

Zweites Rennen, das erste Handicap des Tages. Van  Tullian gefiel mir, ebenso Seewolf. Italy gehört zu den Pferden, die wohl nicht gerade viel können, aber dieses durch hübsches Aussehen kompensieren können. Im Ernst jetzt. Da waren Marion und ich uns mal sehr einig, was ja auch nicht so oft vorkommt, wenn es um die Optik von Rennpferden geht. Die ist einfach genau richtig, nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu dick, nicht zu dünn usw., einfach ein sehr schönes Pferd. Bei einem anderen Kandidaten wurde der Gesamteindruck doch leider sehr stark durch die Hufe beeinträchtigt, die mal wieder einen Hufschmied gebrauchen könnten. Das Abschneiden war entsprechend, auch wenn das vermutlich weniger an der Zehenlänge sondern eventuell eher an genereller Widersetzlichkeit zumindest am heutigen Tage lag. Direkt nach dem Rennen folgte der erste Abstecher zum Buchmacher, Prix Marcel Boussac gucken.
Redesert (ganz rechts) siegt nach einem spannenden Endkampf vor Seewolf (2. v. l.)

Daher blieb nicht viel Zeit für den Führring übrig. Kann mich noch daran erinnern, dass Tasmeem ganz schön weiß geworden ist, seit ich ihn zuletzt gesehen habe. Das Apfelschimmel-Zeitalter ist so gut wie vorbei. Ansonsten habe ich nicht viel gesehen. Cabanello ist ein ziemlicher Brocken, steht sehr im Sprintertyp, aber es ging ja auch über 1400m. Ach ja und Sitara mochte ich. Das Rennen selbst habe ich beim Buchmacher geguckt, da mir die Zeit zwischen dem Start in Düsseldorf und Longchamp zu knapp wurde. Ich wurde aber auch sehr stark von Nadine Ermashev auf Aristocrata abgelenkt, die fast das ganze Rennen über mit einem rutschenden Sattel zu kämpfen hatte. Das sah zeitweilig ziemlich gefährlich aus, sie schaffte es aber heile in und durchs Ziel. Für den Rennverlauf hatte ich daher nicht mehr viel Aufmerksamkeit übrig.

4. Rennen. Wir haben es zumindest zur Kopfseite des Führrings geschafft. Es stellte sich das altbekannte Agl.II-Problem: „zu“ viele tolle Pferde, um sich entscheiden zu können. Hatte was von Déjà vu. ;) Laeyos ist ja absolut meine Kragenweite und zu irgendwas musste es ja nütze sein, wenn Andrasch Starke schon 53,5 Kilo reitet. War es auch, wie sich später zeigen sollte. Hier sahen aber wirklich alle gut aus, zumindest alle, an die ich mich erinnere. Laeyos demonstrierte beim nun dritten Start nach fast einjähriger Pause, dass er nichts verlernt hat und nach dem Eindruck von heute muss im Ausgleich II auch noch nicht zwangsläufig Schluss sein.

Ungewohnt früh, aber vermutlich dem Arc geschuldet, folgte das Hauptrennen als fünfter Punkt der Tagesordnung.  Ein interessantes Feld kam zusammen, insgesamt drei Vertreter des Derbyjahrganges versuchten sich gegen ältere Konkurrenz.  Und insbesondere die drei Stuten im Feld reisten mit besten Empfehlungen aus Black Type-Rennen an. Im Führring war richtig was los. Das lag selbstverständlich in erster Linie an Empire Storm. In diesem speziellen Fall muss man sich allerdings wohl mehr Sorgen machen, wenn der sich nicht im Führring so aufgeilt, dass er es binnen fünf Minuten von trocken bis hin zu schaumig-nass schafft, nicht ohne zu demonstrieren, dass Pferde durchaus in der Lage sind, auf zwei Beinen (den vorderen) zu laufen und gleichzeitig die Hecke des Führrings unter gezielten Beschuss zu nehmen. Typisch. Es kamen bisweilen schon besorgte Nachfragen von Rennbahnbesuchern, ob das immer so zugehe. Ähm, nein, normalerweise nicht, aber bei Empire Storm doch, ja… Nicht weniger nass war übrigens Akua’da. Aber es waren auch noch andere ein. Global Thrill sah klasse aus (wäre auch ein Fall für Ellens und meinen Vierspänner mit Rappen ;) ) Und dann war da auch noch Zazou, der alte Haudegen, auch seit Mai nicht mehr gelaufen, glänzte dafür aber wie die sprichwörtliche Speckschwarte. Übrigens lag Zazou voll im Trend. In welchem Trend? Na, in dem „Altherren“-Trend der letzten Wochen natürlich. Wenn man mal Neatico (6) als Trendsetter nimmt, schlossen sich dem Zazou (6) und vor allem auch später Altano (7) aber schön an. Zazou jedenfalls zeigte, dass er nichts verlernt hat und zauberte mit Alex Pietsch im Sattel ein tolles Finish auf den Düsseldorfer Rasen. Eng war’s trotzdem, aber am Ende hatte er die glückliche Nase vorn. Die Sirene sorgte noch für etwas Bangen, allerdings ging es dort um Si Luna, die Empire Storm weggedrückt hatte. Nachdem das geklärt war, musste ich aber doch mal schnell wieder zum Buchmacher, schließlich stand der Arc an.

Zum sechsten Rennen kann ich daher nicht viel sagen, außer, dass ich es gesehen habe und mir der Herr, der hinter mir stand, tierisch auf die Nüsse ging.

Das siebte Rennen war dann unser Rausschmeißer. Für mich gab’s eigentlich nur Nocturne in dem Rennen. Die Stute gefiel mir auch optisch besser als noch vor einigen Monaten. Mittlerweile ist sie doch etwas runder geworden und nicht mehr ganz so hager wie schon einmal. Dann war da noch All Summer Long, die Stephie allerdings schöner fand als ich ;) Attalos wurde in der letzten Woche an Stall Unia verkauft, es zeichnete jedoch noch Wilhelm Giedt als Trainer verantwortlich. Nocturne siegte am Ende sicher, doch es ging zum zweiten Mal an diesem Tag die Sirene, da die Siegerin Attalos in die Spur gelaufen war und das deutlich. Wir hatten erst auf Disqualifikation getippt, dazu kam es allerdings nicht. Danach ging’s heimwärts.

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