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Montag, 24. Oktober 2022

Niko erobert... Frankfurter Buchmesse (404)

Kaum zu glauben, aber wahr, es musste 2022 und ich damit 34 Jahre werden, bis ich das erste Mal eine Buchmesse besucht habe. Die Kinder- und Jugendzeit lässt sich ja noch mit mangelnder Mobilität erklären, aber dass der kleine Bücherwurm es bis dato auch im Erwachsenenalter nicht geschafft hat, ist schon erstaunlich. Zumal ich ja schon lange Freunde im Frankfurter Raum habe (da waren wohl die Pferde stets wichtiger) und Daniel und ich ja auch schon ein paar Jährchen zusammen sind (da waren wohl die Pferde und Wein stets wichtiger) und ich mittlerweile über viereinhalb Jahre hier wohne (da waren wohl die Pferde, Wein und 1000 Dinge mehr stets wichtiger). 

Zugegeben, auch in 2022 war ich nur aufgrund spontan freien Eintritts da und das noch inkognito, als Lynne. Die war nämlich schon abgereist, ihr Ticket aber nicht. 


Mit freundlichen Grüßen an Frank, da steht bestimmt alles drin, was du wissen musst! ;)


Mainhattan bei bestem Herbstwetter



Der @steuerfabi war auch da. Er hatte leider schon fertig, als ich vorbeikam.

Niko an meinem Lieblingsstand. Hier ging's um die schönsten Bücher


Das war "mein" Stand. Immerhin gibts dort Anspruchsvolles, d.h. vornehmlich Politisches und Zeitgeschichtliches. 
 
Wie den Fotos zu entnehmen ist, habe ich mich vor allem in bei der Fachliteratur und den ausländischen Verlagen aufgehalten, die Belletristik war mir einfach viel zu voll... Aber nett war's trotzdem, insbesondere die Gesellschaft ;)

Sonntag, 9. März 2014

Die hohe Kunst des Bankraubs... Buchtipp

Heute mal wieder etwas für die doch sehr darbende Kategorie "Futter für Bücherwürmer", aber wenn sich das folgende Buch nicht dafür qualifiziert, weiß ich es auch nicht.


Vielleicht als erstes ein kurzer Kommentar dazu, wie ich auf "Die hohe Kunst des Bankraubs" aufmerksam geworden bin: Es war beim Frustshoppen in der Buchhandlung, als mir das Cover auffiel, den Klappentext fand ich witzig und so wurde es ohne großes Überlegen mitgenommen, ohne groß auf den Autoren (Christopher Bookmyre) oder Originalsprache (Englisch natürlich) zu achten. Nach zwei Seiten wusste ich spätestens, dass ich gern das Original gehabt hätte, aber auch die deutsche Übersetzung ist urkomisch und sprachlich hervorragend, auch wenn ich mir denken kann, das der Übersetzer manches Mal geflucht haben dürfte. Wie auch immer, da sich offensichtlich noch nicht sonderlich weit herumgesprochen hat, wie GUT Bookmyre schreibt, gibt es erst zwei seiner Bücher auf Deutsch. Deswegen habe ich jetzt auch direkt die nächsten zwei Bücher aus dem UK geordert, sodass ich demnächst (dauert ja immer eine ganze Weile, bis die Bücher herübergeschippert sind, wenn man sich mal nicht des Monopolisten bedient) in den Genuss von Bookmyre-Büchern auf Englisch - oder vielleicht doch eher Schottisch - kommen werde. Ich freue mich, auch wenn das vorläufige Lieferdatum weit im April liegt.

Madness' One Step Beyond hat für die Bankräuber eine besondere Bedeutung

Aber kommen wir zurück zum Bankraub oder "The Sacred Art of Stealing". Allein mein Verhalten während des Lesens gepaart mit einigen Zitaten hat den Rest meiner Familie derartig angefixt, dass sie mir das Buch nun förmlich aus den Händen reißen. "Die hohe Kunst des Bankraubes" bescherte mir förmlich im Minutentakt Kicheranfälle, die auch meine Mitreisenden letzten Donnerstag im Zug genießen durften. Seitdem habe ich das Buch zweimal direkt hintereinander durchgelesen. Kann mich nicht erinnern, dass mir so etwas schon mal passiert ist. Ich lese ja durchaus gute Bücher zwei-, drei- oder sogar viermal, aber üblicherweise nicht direkt hintereinander. Die "Hohe Kunst des Bankraubs" ist eine große Illusion: Mitten am hellichten Tag, einem Dezembermorgen, wirbeln fünf Clowns durch die Buchanan Street in Glasgow, ziehen die Blicke der Passanten auf sich, tanzen in eine Bank und erleichtern diese anschließend um eine knappe Million Pfund - nicht ohne dabei die Glasgower Polizei dumm dastehen zu lassen, sechzehn Geiseln zu nehmen, diesen - ausgerechnet - mit Warten auf Godot die Zeit zu verkürzen und schließlich mithilfe argloser Rangers-Fans zu entschwinden. Doch das war nur der Auftakt für ganz andere Ereignisse viel größeren Ausmaß. 

Der Falschspieler mit Karoass, ein Gemälde von Georges de la Tour, spielt auch eine wichtige Rolle. (Quelle: Wikipedia, Bibi Saint-Pol, frei verfügbar)

Im Mittelpunkt der Handlung stehen Angelique de Xavia, Polizistin einer Antiterroreinheit (ebenfalls Hauptcharakter im chronolgisch davor spielenden "A Big Boy Did it and Ran Away"), und Zal Innez, der Anführer des  FAC (Failed Artists Collective). Beide Charaktere tauchen übrigens noch in "A Snowball in Hell" auf. Klar, dass ich genau die beiden Bücher heute bestellt habe. Mehr von der Handlung wird aber nicht verraten. Ich muss aber noch eine Warnung an etwaige Leser loswerden: Lest das Buch langsam und in aller Ruhe, dann reicht vielleicht ein Durchgang, um den wilden Handlungssprüngen zu folgen ohne zwischenzeitlich den Anschluss zu verpassen. Ich habe mich in meiner nächtlichen Lesesession, in der ich das Buch UNBEDINGT zu Ende lesen MUSSTE, natürlich selbst überholt, aber der zweite Durchgang war auch alles andere als eine Strafe ;) Und das Ende habe ich ehrlich gesagt auch erst beim zweiten Mal so richtig verstanden *hust*.


Wenn ein Buch so anfängt (Prolog: Dienstleistungen), kann es auch nur gut sein:

"Wurde auf dieser oberflächlichen Globalkonzern-Tall-Skinny-Latte-Kiddy-Meal-mit-Spielzeug-United-Colors-of-Fuck-You-too-Plastikwelt irgendetwas so unterschätzt wie ein guter alter gekaufter Blowjob ohne Extras? Der gehörte zu den letzten Transaktionen überhaupt, bei denen der Kunde noch genau das bekam, wofür er bezahlt hatte, nicht mehr und nicht weniger. Keine Verpackung, kein Marketing, kein aufgesetztes Lächeln, kein Empfangskomitee, kein Prestige-Versprechen; nichts als zuverlässiges, leidenschaftsloses Schwanzlutschen zum vorher vereinbarten Pauschalpreis."
Sagt Harry. Und wer das ist, könnt ihr selber lesen ;)

Profunde Musik-, Kunst- und Popart-Kulturkenntnisse helfen übrigens beträchtlich beim Verständnis zahlreicher Witze und ironischer Bemerkungen. Ich habe sicher auch nicht alles verstanden. Und ohne meinen Bruder wäre mir die Anspielung von "All Your Bank are Belong to Me" ganz sicher entgangen - aber sie ist so unglaublich passend :D 

Freitag, 6. Januar 2012

Olle Kamellen?

Diese Tage hat es mich wieder gepackt. Anlass war das Berlineressen an Neujahr, wenigstens indirekt. Meine Onkel hat nämlich die uralten Fury-Bücher "zurückgefordert", die seit über 10 Jahren in meinem Bücherschrank stehen, denn meine Cousine hat jetzt das richtige Alter dafür. Als ich die alten Schätzchen (Druck Ende der 1950er) aus den Tiefen meines Schrankes hervorgekramt hatte, konnte ich sie natürlich nicht einfach abgeben, nein, die mussten erst einmal wieder gelesen werden.


Und so kommt es, dass ich 2012 schon mehr Bücher durchgelesen habe, als das Jahr bisher Tage hatte. :D Auf die 6 Fury-Bücher kommen nämlich noch 1,5 andere drauf. Dieser Schnitt wird, ob leider oder glücklicherweise sei mal dahingestellt, jedoch nicht zu halten sein, nächste Woche ist ja auch wieder Uni. Aber schön war es, die Bücher mal wieder zu lesen, obwohl ich die in meinen jüngeren Jahren bestimmt 8mal gelesen habe, mindestens. Was ich absolut toll fand, ist, dass die im Nachhinein gar nicht so enttäuschend waren, wie es oft bei Kinderbüchern der Fall ist, wenn man sie Jahre später wieder liest. Das geht zumindest mir so, wenn man dann feststellen kann, dass die eigene Fantasie deutlich besser war als die Vorlage. ;) Klar, natürlich ist Fury alles andere als realistisch, aber toll ist es trotzdem, ich weiß noch, warum ich es immer so toll fand und mein damaliger Lieblingsband (6) hat diesen Status auch heute noch. Ich empfehle also allen Ex-Fury-Lesern die erneute Lektüre.

Samstag, 12. November 2011

Something Missing

Weißt du, was du in deinen Schränken hast? Wie viele Tuben Zahncreme lagerst du auf Vorrat, wie viele Äpfel warten im Regal auf den Verzehr, wie viele Toilettenpapierrollen sind es und wie voll ist eigentlich die Schuhcremedose? Na, weißst du es? Wenn dies nicht der Fall ist, bist du möglicherweise ein potenzieller Klient für Martin, aber was heißt potenziell, vielleicht bist du schon längst einer ohne es zu wissen...


Martin ist Spezialist und er ist brillant in seinem Metier, er akquiriert Dinge. Böse Zungen würden es stehlen nennen, doch Martin entwendet bei seinen Klienten nur Dinge, bei denen sie die Abwesenheit nicht bemerken, zum Beispiel ein bis zwei Tomaten, eine halbe Flasche Abflussreiniger, nach langer Beobachtung und eingehendem Studium, durchaus mehrere Monate lang, der Gewohnheiten und Eigenarten kann es auch mal ein Perlohring sein. Martin wurde in vielen Jahren nicht einmal ertappt, aber Martin ist auch ein sehr genauer, penibler Mensch. Er hinterlässt keine Spuren. Doch eines Tages landet eine elektrische Zahnbürste in der Toilettenschüssel und weil Martin seine Klientin mag, will er ihr eine "kontaminierte" Zahnbürste nicht zumuten. Also muss Ersatz her. Allerdings ist das erst der Anfang von Martins Problemen, eines Tages verliebt er sich... 

Wie es weitergeht und wie Martin einen vermeintlichen "Kollegen" beobachtet, was ihn geradewegs in eine Katastrophe führt, steht im Buch "Something Missing" von Matthew Dicks. Das ist allerdings der englische Titel, den deutschen kenne ich nicht. Ich empfehle ohnehin, das Buch in der Originalsprache zu lesen, es lohnt sich.

Dienstag, 18. Januar 2011

MacBest: Von Königen und solchen, die es nicht werden wollen

Die Monate in Angers sind vorbei, daher ist es an der Zeit für neue Projekte im Blog. Leider gibt's nicht genug Renntage, um den Blog ausschließlich mit Berichten pferdischer Art zu füllen. Da ich mir bei anderen Projektidee noch nicht sicher bin, ob sie gut ist, erhält nun erst einmal die Kategorie Futter für Bücherwürmer Einzug ins Blog.

Den Auftakt macht ein Werk des britischen Fantasyautors Terry Pratchett mit dem (deutschen) Titel MacBest (In der Originalversion: Wyrd Sisters, was zugegebenermaßen auf Deutsch nicht funktionieren würde). Warum starte ich mit diesem Buch, nun, wahrscheinlich weil mir beim Lesen dieses Buchs die Idee kam, meiner Begeisterung darüber Ausdruck zu verleihen. Dabei bin ich normalerweise nicht der Fantasy-Leser, aber die Pratchett-Bücher, zumindest die drei, die ich von den zahllosen Werken des Autors bisher gelesen habe, gefielen mir sehr gut. 


Wie unschwer am Titel zu erkennen, ist MacBest an ein gewisses Werk eines nicht gänzlich unbekannten Engländers angelehnt. Doch das Buch, das zur bekannten Serie von Pratchetts Scheibenweltromanen gehört, ist kein simpler Macbeth-Abklatsch, vielmehr setzt sich das Werk auf mitunter sehr ironische Weise mit der Vorlage auseinander und bietet dabei überraschende Wendungen und Finessen. Immerhin gibt es einen König, der - standesgemäß - erdolcht wird, einen durchgeknallten Herzog, welcher die Macht im Königreich Lancre an sich reißt, einen heimlichen Thronfolger, der jedoch lieber Theater spielt als Herrscher zu sein und natürlich drei Hexen. Auf Treffen in "thunder, lightning or in rain" stehen diese allerdings gar nicht. Oma Wetterwachs, Nanny Ogg und Junghexe Magrat sind da weitaus praktischer veranlagt. Außerdem wissen die drei, dass man sich in königliche Angelegenheiten nicht einmischt, das ist schließlich eine unumstößliche Regel. Eigentlich. Denn, wie Nanny Ogg sagt, gibt es noch eine viel wichtigere Regel: "Wenn man Regeln verletzt, soll man sie besonders gründlich brechen." Ein Prinzip, dass die drei gründlich befolgen und so gibt es ein großes Tohuwabohu mit einem zeitreisenden Königreich, einer Schaustellertruppe, die sich auf den Weg nach Lancre macht, einer intrigierenden Herzogin und einem Hofnarren, der einer Hexe den Kopf verdreht und am Ende vielleicht am Beginn einer neuen Dynastie steht.