Donnerstag, 25. April
Simon und Werner brachen schon morgens um halb sieben zur
Bergtour auf. Der Rest ließ es ruhig angehen. Späteres Frühstück, Sonnenbaden
am Pool und Reisebericht schreiben standen auf dem Vormittagsprogramm. Gegen
Mittag hatten wir fürs Erste ausreichend gefaulenzt. Wir hatten uns eine kleine
Wanderung um Santa Maria Poggio rausgesucht, aber dann eigentlich keine Lust
mehr gehabt, 8,5 Kilometer weit zu laufen. Also nur die Sportschuhe angezogen
und Cervione stattdessen ins Auge gefasst. Nach ein paar Meter dann doch
beschlossen, zumindest die knapp 2 Kilometer zum ersten Wasserfall zu wandern.
Naja und dann waren wir die gut 250 Höhenmeter sowieso schon runter und wieder
hoch mussten wir ja eh wieder. Dann kann man ja auch den Weg nehmen, den man
noch nicht kennt… Lange Rede, kurzer Sinn, wir machten dann doch die komplette
Wanderung. Das lohnte sich dafür auch. Wir passierten einen alten genuesischen
Aquädukt, der von sonnenbadenden Eidechsen bevölkert war, kamen an einigen
Gehöften, sowie der alten Kirche von Sant Niccolao vorbei und schlugen dort
dann den Bogen zurück nach Santa Maria Poggio, vorbei am Wasserfall von
Ucelluline. Anschließend landeten wir wieder mit Buch respektive Zeitung am
Pool, bereiteten abends Essen vor und waren ein bisschen faul.
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Ferienhaus |
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Santa Maria Poggio |
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Genueserbrücke |
Freitag, 26. April
Heute war mal Wanderpause angesagt. Trotzdem fanden wir uns
alle schon gegen acht am Frühstückstisch ein. Der Vormittag stand jedoch ganz
im Zeichen des Igels oder vielmehr der Igelrettung, zum Glück mit Happy End. Während
der Frühstücksvorbereitungen fiel uns ein dunkler Schatten im Pool auf, der
sich bald als schwimmender Igel herausstellen sollte. Der arme Kerl war wohl in
den Pool gefallen und kam nicht mehr heraus. Also war die Mission Igel retten.
Das Herauskeschern war noch die leichteste Übung. Der kleine Kerl war ziemlich
fertig, war wohl schon länger im Pool gewesen. Er wurde in Handtücher
eingewickelt und zum Trocknen in die Sonne verfrachtet. Zur Stärkung gabs
Katzenfutter und Zuckerwasser. Das verschmähte er jedoch beides. Trotzdem
dauerte es ziemlich lange, bis es wieder so fit war, dass er ins Gebüsch davon
wackelte… Gute Tat des Tages also schon mal vollbracht.

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Ja, Igel essen keine Möhren, deswegen hat er auch dann Katzenfutter bekommen und föhnen soll man sie auch nicht, aber wir haben die Nase ausgespart und er hörte auf zu zittern und... |
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...zog von dannen |
Da Ajaccio und die Westküste eine Fahrt von über 2 Stunden
bedeutet hätten, nahmen wir uns stattdessen den wilden Süden. Wir gaben mal
Bonifacio ins Navi ein, bis dorthin kamen wir aber nicht, hatten keine Lust
mehr als zwei Stunden für einen Weg im Auto zu sitzen. Wir hatten schon in
Ghisonaccia keine rechte Lust mehr. Also stoppten wir bei Fautea an einer
schönen Stelle, sahen uns dort erst eine Ruine auf einer Landzunge an und
gingen anschließend zum Strand. Dort blieben wir eine ganze Weile. Anschließend
liefen wir noch ca. zehn Minuten zu einem genuesischen Wachturm, der anders als
die meisten anderen zwar eine Treppe hatte, aber trotzdem abgeschlossen war. Schön
war’s da trotzdem. Danach waren wir wieder bereit für eine weitere Etappe
Autofahren, die uns nach Porto-Vecchio führte. Das war dann auch der Endpunkt
unserer heutigen Tour. Wir sahen uns den dortigen Yachthafen an und genossen
ein teures, aber sehr, sehr leckeres Eis mit Hafenblick.
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Morgenstimmung |
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Cabriodach |
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Porto-Vecchio |
Anschließend liefen
wir noch den Berg hoch zur Altstadt mit Zitadelle und sehr hübscher Altstadt
mit vielen kleinen Lädchen, Restaurants und schmalen Gässchen. Drei Stunden
lang waren wir insgesamt in Porto-Vecchio, bis unser Parkticket abgelaufen war.
Nach 16 Uhr war es, als wir uns auf den Rückweg machten. Um 18 Uhr erledigten
wir noch schnell einige Einkäufe und kochten zu Hause Bratreispfanne und
verwursteten die Reste Gurke und Tomate in einem Salat. Währenddessen mussten
sich die Herren noch als Kammerjäger betätigen und eine Eidechse nach draußen
bugsieren, die es sich in einem der Koffer gemütlich gemacht hatte. Ein rundum
tierischer Tag…
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Kabelsalat |
Samstag, 27. April
Dieses Mal mussten keine Igel aus dem Pool gerettet werden, Muße
also für ein gemütliches Frühstück ohne lebensrettende Sofortmaßnahmen. Danach
starteten wir zu einer letzten Wanderung. Wir hatten uns für eine Route rund um
Cervione entschieden. Hoch zu einem Gipfelkreuz und dann noch zwei weitere
Anstiege hinauf. Insgesamt hatten wir uns knapp 800 Höhenmeter verteilt auf
11,2 Kilometer vorgenommen. Es wurden ein paar Meter mehr, da wir noch von
unserem Ferienhäuschen bis zum Erreichen der Wanderstrecke selbst laufen
mussten. Der Beginn führte durch die engen Gassen von Santa Mara Poggio, dann
hinein in den Wald über von Wildschweinen zerwühlte Pfade bis zum Ortsrand von
Cervione. Von zwei Bänke aus konnte man toll über den Ort bis hin zum Meer
sehen. Es fehlte nur noch ein gut gekühltes Fläschchen Weißwein zum
vollkommenen Glück. Aber das wäre vielleicht beim Auf- oder Abstieg etwas
hinderlich gewesen. Also ging’s nach kurzem Verschnaufen weiter in die Höhe.
Auf dem Weg zum Gipfelkreuz sahen wir von noch weiter oben startende Paraglider
sich den Hang hinunterstürzen. Nach dem Gipfelkreuz hatten wir noch einige
Höhenmeter mehr zu absolvieren und zwar weiter hinauf. Die Pfade waren zum Teil
recht schmal und steil, zwischendurch ging’s auch mal durch eine Kuh- oder Ziegenweise.
Auf jeden Fall gab’s jede Menge Steine. Vor dem dritten Anstieg passierten wir
noch ein Kapelle, die war übrigens auch der Startpunkt der Paraglider. Schließlich
erreichten wir eine kleine Wiese auf ca. 1000 m zwischen zwei Gipfeln. Das war
dann auch der höchste Punkt unserer Tour. Den nutzten wir zu einer Pause, bevor
wir uns an den Abstieg machten. Um kurz nach halb drei waren wir wieder am
Häuschen. Papa und ich fuhren noch einmal einkaufen, der Rest legte sich schon
einmal an den Pool. Dort verbrachten wir den Nachmittag. Abends hieß es noch
aufräumen, das Auto aussaugen und schon einmal das Wichtigste packen. Danach
gab’s Leckeres vom Grill und einen letzten gemütlichen Abend.
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Cervione |
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Ziegenauftrieb |
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Paraglider am Hang |
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Am höchsten Punkt |
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Blick auf Santa Maria Poggio |
Sonntag, 28. April
Nach einem frühen Weckerklingeln respektive Wachküssen
wurden die Reste zum Frühstück verspeist – auch der übrige Nudelsalat – und
dann hieß es Auto vollladen und Abschied nehmen. Um 8 Uhr waren wir dann auch
schon wieder am Flughafen und machten uns an die Rückreise über München nach
Frankfurt.